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dm Österreich shopstyle „Der Handel ist im Wandel“. Das ist ein alter Spruch, der aber in Zeiten des Online-Handels aktueller denn je ist. Was kann bzw. muss ein stationärer Shop heute leisten können? Dazu möchte ich gerne Günter Bauer, den Mitbegründer von dm-drogerie markt zitieren: „Wir müssen unser Unternehmen jeden Tag neu erfinden. Wir müssen jeden Tag unser Geschäftsmodell infrage stellen und uns fragen: Sind wir noch auf dem richtigen Weg? Was hat sich verändert? Denn um uns herum ändert sich ja täglich alles“. Heute kann es sich kein Händler mehr leisten, nicht in das Einkaufserlebnis zu investieren. Die Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten an die Einkaufsatmosphäre sind sehr hoch und wandeln sich permanent. Einerseits ist es selbstverständlich, den Haushaltsbedarf bequem und unkompliziert zu decken, andererseits spielt es gerade im Drogeriefachhandel eine besondere Rolle, sich einmal bewusst Zeit zu nehmen, Neues zu entdecken und ein echtes Shopping-Erlebnis zu genießen. Welche Überlegungen liegen der Kundenführung zu Grunde? Wie orientiert sich der Kunde im Shop? In der kaum noch zu überschauenden Vielfalt der großen Shoppingcenter aufzufallen und hervorzutreten bedarf schon einiger Überlegungen. Die Mall muss dazu ein markantes Gesicht erhalten und es in der Promenade schaffen, die Kundenaufmerksamkeit sowohl in die Tiefe als auch in die Höhe auf sich zu ziehen. Hierzu haben wir sogenannte Jahresringe geschaffen, die im Eingangsbereich den Blick auf die Decke ziehen. Diese ringförmigen Deckenhänger erzählen saisonale Geschichten und begleiten die Konsumenten immer wieder neu durch das ganze Jahr. Danach richtet sich der Blick auf die sogenannten Landmarken, die wie Leuchttürme in die Tiefe des Ladens führen und dem Konsumenten den Weg weisen und ihn begleiten. Gleich zu Beginn zeigt sich der Kosmetikbereich auf einer Länge von 19 Metern. Eine über dem Regal angebrachte Lichtvoute mit kosmetischen Motiven verleiht dieser Landmarke eine markante Strahlkraft und ist weithin sichtbar. Einige Meter weiter ist die Fototheke platziert. Ebenfalls wieder großzügig und einprägsam mit saisonalen Fotomotiven gestaltet. Am Ende des Ladens und schon aus der Ferne zu erkennen ist die Kinderwelt mit geschwungenen Regalen und als Highlight mit einem stilisierten Baum gestaltet. Gleich gegenüber befindet sich die Gesunde Pause, mit Snacks und Getränken die dem Körper gut tun. Nebenan ist dann auch der Eingang zum dm-Kosmetik- und FriseurStudio. In einer ganz anderen, wiederum eigenen und dabei sehr großzügigen Atmosphäre wird die Konsumentin – aber auch der Konsument! – gepflegt und verwöhnt. Der Weg zum Ausgang führt zu den Lebensmitteln in der Landmarke „Bewusste Ernährung“. Auch dieser Bereich besitzt eine eigene Strahlkraft und ist charakteristisch gestaltet. Außer den großen Landmarken gibt es noch in der Ladenmitte die etwas kleineren Landmarken für Gesichtspflege und Pharma. Auf fast 1.200 m2 Verkaufsfläche kann man dann auch einmal über eine Bereichskennzeichnung nachdenken. Die Prominenz der Landmarken, die zudem auf ihr Umfeld ausstrahlen sind aber auch ein Wegeleitsystem und bieten Orientierung. Welche Rolle spielen Design, Oberflächen, Farbkonzept und Lichtplanung? Leitmarke und Landmarke konkurrieren nicht, sondern folgen übergeordneten Grundsätzen. Die Leitmarke dm bestimmt dabei die eigentliche Formgebung die auf der eingangs beschriebenen Unternehmensphilosophie basiert. „Hier bin ich Mensch “ bedeutet auch Sonne, Licht, Schatten und jahreszeitliche Veränderung. Daher haben wir für dm eine Strahlerbeleuchtung mit wärmerer und kälterer Lichtfarbe entwickelt. Da scheint also immer die Sonne und es herrscht keine Novemberstimmung, die beispielsweise bei einer absolut homogenen Leuchtstoffröhrenbeleuchtung auftritt. Ein Drogeriefachhandel muss nach wie vor auch drogistisch auftreten. Daher ist die vorherrschende Farbe die Farbe Weiß. Die Farbwelt der über 15.000 Artikel ist zudem bunt genug www.shopstyle.at 29


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